Donnerstag, 27. Oktober 2011

Der Atem


Ein Arm hebt sich am Straßenrand, ein Schrei!
Vater setzt den Blinker rechts, abrupt, der Wagen hällt!
Vater springt heraus, Mutter springt hinterher, der Sohn schaut schweigend, steigt aus und geht, schweigend. Der Sohn kommt an, schweigend, starrend und starrt auf das Blech am Baum, das Blut am Blech und dann auf den Schrei. Der Schrei ist siebzehn, liegt, weint, leidet und fragt nach dem Atem! Der Atem schreit nicht, weint nicht, er liegt und atmet, schweigend, röchelnd, halb-lebend.
Der Sohn geht zum Atem, kniet nieder, schaut und fragt, berührt und kämpft! Jetzt kämpfen sie beide ums Überleben. Die Nacht, der trübe Freund des Todes, legt sich schwer auf Beide, auf des einen Gemüt, auf des Anderen Leben. Dann geht der Atem mit der Nacht und lässt den Sohn zurück.
Jetzt haben sie die Nacht gesehen,
doch wann kehrt der Tag zurück?

Patrick Berger
10/2011

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